Friesennerz, die Zweite

Wenn ich in zwei Tagen zwei Blogeinträge für das selbe Nähprojekt schreibe, wisst ihr, dass ich sehr sehr verliebt sein muss: Mein Friesinnennerz nimmt weiter Form an und sieht fast genau so aus, wie ich mir das vorgestellt habe. Ein seltenes Ereignis, über das man sich schon mal ausgelassen freuen kann, wie ich finde!

Begünstigt durch die Entscheidung, einer aufziehenden Grippe mit ein paar Tagen radikalem Zuhausebleiben, Pausemachen und Ausruhen zu begegnen, hatte ich seit dem Wochenende endlich mal wieder richtig Zeit, mich auf ein Nähprojekt einzufuchsen, die Wohnung zu verwüsten und mich ohne hektische Blicke auf die Uhr dem Nähnerdrausch hinzugeben. So habe ich es nicht nur geschafft, die Jacke fast fertig zu bekommen, sondern auch, ausnahmsweise mal nichts irrtümlich abzuschneiden/festzuoverlockern/aufzubügeln, womit ich bisher fast jedem meiner Projekte eine – äh – individuelle Note gegeben habe.

Was jetzt noch fehlt ist das Säumen, Absteppen und Anbringen der Knebelknöpfe; da ich mich für einen Reißverschluss entschieden habe, sind letztere reine Deko. Da ich merke, wie ich im Endspurt immer ungeduldiger werde, habe ich mich entschlossen, für heute Schluss zu machen, bevor ich noch irgendwas kaputtmache. Nicht ohne Stolz hier der aktuelle Zwischenstand:

Ich habe mit weitestgehend an die Anweisungen im Schnittmuster gehalten, das Futter aber wie den Oberstoff mit geteilten Vorder- und Rückseiten zugeschnitten (die im Originalschnitt aus jeweils einem Schnitteil bestehen) und obere Vorder- und Rückenteile sowie die Ärmel aus einem flutschigem schwarzen Futterstoff zugeschnitten, den ich hier noch herumliegen hatte. Nachdem ich bemerkte, wie meine alte Gefährtin Martha Schwierigkeiten hatte, den rauhen Stoff über ihre Schultern zu ziehen (die im Gegensatz zu meinen nicht lädiert sind), sprang ich über meinen Schatten und siehe da: Die Arbeit mit dem “glitschigen Scheißzeug” war gar nicht so schlimm, wie ich sie in Erinnerung hatte. Zumindest nicht mehr, nachdem ich herausfand, in welche Richtung ich den Differenzialtransport meiner Overlock einstellen muss, damit sich nichts verschiebt.

So. Ich gehe jetzt noch ein bisschen die Kombination aus gelber Jacke und kariertem Küchenfußboden bewundern. Nähnerd Sein ist schön!