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Nähen

Prototyp: Yin & Yang Bag

Die Entdeckung von Pinterest hatte auf meine allgemeine Produktivität einen ähnlichen Effekt wie die Entdeckung von Craftster und später Nähblogs:

Quelle: http://hyperboleandahalf.blogspot.de/2010/06/this-is-why-ill-never-be-adult.html

Quelle: http://hyperboleandahalf.blogspot.de/2010/06/this-is-why-ill-never-be-adult.html

Eigentlich bin ich ja nicht so die Taschennäherin (möglicherweise habe ich das Trauma der nie enden wollenden aber dafür Unsummen an Materialkosten verschlingenden Amy Butler Tasche nie überwunden) – aber ein Projekt, das ich in meiner frühen Pinterestzeit entdeckt und seitdem immer wieder angesehen und bewundert habe, ist die Tasche, die Renske Solkesz bei Design*Sponge vorgestellt hatte.

Fertig genähte Tasche

Bücherregal darf ignoriert werden

Sowohl das schlichte schwarz-weiße Design, als auch die unglaublich schlaue Trägerlösung (die Tasche schließt sich von selbst, wenn man sie anhebt – wie cool ist das bitte?) haben mich derart fasziniert, dass ich in meinem kurzzeitigen Nähwahn am Wochenende das dringende Gefühl hatte, eine solche Tasche in meinem Leben zu brauchen. Leider hatte ich überhaupt keinen taschentauglichen Stoff in meinem Lager; um genau zu sein war das Einzige, was ich aus der farblichen Richtung „weiß“ im Angebot hatte, ein Rest an Flanell, den ich als Interlining in meinem Friesennerz verwendet hatte.

Eines nehme ich mal gleich vorweg: dass man noch nie von der Verwendung von Flanell in Taschen gehört hat, liegt daran, dass es keine gute Idee ist. Auch nicht, wenn man die Rückseite des Stoffes verwendet und eine Ladung Bienenwachs aufbügelt; der Stoff ist einfach deutlich zu locker gewebt, um sich gut in so einem stabilen Projekt zu machen.

Aber nicht nur die Wahl des Außenstoffes machte dieses Modell zu einem Wagnis: Boden und Träger habe ich aus dem superschönen, aber eben auch superdehnbaren Kunstleder zugeschnitten, das ich für meinen ebenfalls experimentellen Minirock verwendet habe. Dehnbare Taschenträger führen, wie ich feststellen musste, zu einem ziemlich unangenehmen Bungeeeffekt, sobald man die Tasche mit mehr als einer Packung Taschentücher belädt.

Genug gemeckert und Zeit für den Teil diesen Projekts, der mir ein unerwartetes Erfolgserlebnis bescherte: Das gelungene (und unfallfreie) Einschlagen der 14mm Metallösen, denen ich mich mit einer gehörigen Portion Respekt und einem Hammer näherte. Von dem Ergebnis bin ich so angetan, dass ich überlege, wo ich die restlichen Ösen aus der 12€ (!!!!!)-Packung wohl verwenden kann.

Metallöse in Stoff einschlagen

Ist die perfekt gelungen oder was?

Diese Tasche ist zwar mehr oder weniger unbenutzbar, sieht aber dermaßen cool aus, dass ich in meiner kommenden Urlaubswoche (YAY!!) definitiv ausreiche Mengen taschentauglicher Stoffe und Einlage erstehen werde. Vielleicht wird das ja doch noch mal was mit mir und den Taschen!

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