Archiv für den Autor: Sinje

Stoffgewissen

Über zwei Wochen trage ich jetzt schon jeden Tag Me Made; denn auch wenn ich das mit dem täglichen Fotografieren aufgegeben habe, habe ich einen großen Bogen um meine Kaufkleider gemacht und brav jeden Tag ein selbstgemachtes Kleidungsstück getragen. Spannend ist, dass es mir gar nicht mehr schwerfällt, meinen Me Made Style auf die Straße zu bringen. Wer Kleidung mit Regenschirmen oder sehschwachen Hirschen darauf trägt outet sich schon sehr schnell als “modisch anders”; während es früher mein oberstes Ziel war, dass meine Sachen genauso aussehen wie die, die ich bei H&M gekauft habe, habe ich heute nichts dagegen in dieser Hinsicht aus der Reihe zu tanzen.

Was mit mittlerweile ebenso wenig schwerfällt ist die Komsumabstinenz – zumindest bei Klamotten. Als ich am Anfang des Jahres den Vorsatz fasste, so lange wie möglich keine Bekleidung einzukaufen, war ich gar nicht sicher, wie lange ich das durchhalten würde. Mittlerweile ist mir bei den günstigen Modeketten die Qualität zu minderwertig (und die Bedingungen bei der Herstellung der Ware zu detailliert bekannt um noch guten Gewissens ein Shirt für 12 € oder weniger kaufen zu können) und bei den teuren der Preis nicht gerechtfertigt. Mit anderen Worten: Ich bin für’s Shoppen verdorben.

Zumindest was Kaufkleidung angeht bin ich also sehr nachdenklich geworden. Doch wenn man erst einmal damit anfängt, sich über die Kleider Gedanken zu machen, die in so großen Mengen in den Kaufhäusern und Kleiderschränken hängen, fällt es schwer mit dem Nachdenken aufzuhören: Denn auf welchen Bäumen sind eigentlich die Stoffe gewachsen, die ich vernähe, um mir hinterher zufrieden ob meiner ach so konsumkritischen Haltung auf die Schulter zu klopfen? Oder habe ich vielleicht eine unethisch produzierteWare mit der nächsten ausgetauscht?

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Natürlich ist es nicht besonders angenehm, über dieses Thema nachzudenken; man muss auch kein Psychologe sein um zu wissen, dass Informationen die das eigene Selbstbild in Frage stellen im allgemeinen schlechter verarbeitet bis komplett ausgeblendet werden. Aber wie haltet ihr es mit dem Stoffgewissen? Oder habt ihr andere Links und Verweise? Ich bin mir sicher dass sich unter den vielen klugen Damen (und Herren) da draußen schon jemand Gedanken darüber gemacht hat!

Me Made Mittwoch: Fancy

In den letzten zwei Wochen war ich zunächst ein bisschen mit dem analogen Teil meines Lebens abseits der Nähmaschine beschäftigt. Anschließend wurde es mir entschieden zu ungemütlich in unserer sonst so flauschigen Ecke des Internets und ich gebe zu, dass so interessiert ich diesen Entwicklungen auch folgte, mir vorerst die Lust aufs Nähbloggen etwas abhanden gekommen war. [Auch wenn die geneigte Leserin über Vorkommnisse und Konflikt- und Standpunkte wahrscheinlich mindestens gut informiert ist wie ich, empfehle ich die Beiträge von Julia, melleni und Meike, die meiner Meinung nach ganz hervorragende und unaufgeregte Wortmeldungen verfasst haben.]

Heute tauche ich allerdings wieder auf, übrigens ausgesprochen gut gelaunt und in meinem Lieblingsoutfit mit Streifenshirt und Hirsch (Sewaholic Crescent und Renfrew). So langsam wird sogar mein Fancy-Outfit langweilig, so oft wie ich es trage: Fühlte ich mich am Anfang noch wie ein bunter Nerd-Hirsch Hund, wenn ich darin auf die Straße ging, lässt der Adrenalinschub mittlerweile nach. Vielleicht kommt das Kribbeln nochmal wieder, wenn ich eines Tages ohne Strumpfhose aus dem Haus gehe?

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*Erinnerung für Sinje: dringend zum Friseur gehen!!!*

Mit meinem Streifenshirt ist und bleibt es Liebe, wie am ersten Tag unseres Zusammenlebens. Wie das jedoch so ist, lasst einen so eine glückliche Beziehung manchmal ganz schön aus der Form kommen; dieses Phänomen macht auch vor meinem Lieblingsshirt nicht halt und es kommt nach jeder Wäsche etwas breiter und kürzer aus der Maschine.

All das schreit doch nach einem neuen Fancy-Rock-und-Streifenshirt-Ensemble, oder nicht? Inspiration dafür hole ich mir wie immer beim MMM, der heute von Wiebke in ihrem Geburtstagskleid moderiert wird (Herzlichen Glückwunsch nachträglich!!!).

Zurück im Netz

Nachdem ich mich in den letzten 2 Wochen so ganz und gar analog um mein humpelndes Pony* gekümmert habe bin ich nun zurück in der Welt der Nähnerds und Textilomaniker! Es tut mir ein bisschen Leid um meine Teilnahme am MMMay13, aber obwohl ich jeden Tag Me Made getragen habe konnte ich einfach nicht die gute Laune aufbringen, ein Foto von mir zu schießen auf dem ich nicht aussehe wie eine unglückliche Ponybesitzerin. Kein Foto, kein Blogpost, kein MMMay13 und (erstmalig in diesem Jahr) MMM. Auch zum Finale des Himmelfahrtskommandos werde ich zu spät kommen, aber ich hoffe auf das Nähen von Knöpfen und Knopflöchern an diesem Wochenende!

*Die kleine Susi hat leider erneut mit einer viele Jahre zurückliegenden Verletzung zu tun und wird nun erst einmal ein paar Wochen Sommerferien auf der Koppel bekommen, wofür sie die strikte Anweisung hat, zu stehen und zu fressen. Brav und grasbegeistert wie sie ist, wird sie dies sicherlich befolgen. Weil es meinem Gefühl hilft und dem Pony nicht schadet, darf ich in der Zwischenzeit kalte Wickel machen, Zöpfe flechten und Möhrchen füttern. Susi zeigt keine Anzeichen von starken Schmerzen, dafür aber starke Anzeichen von Begeisterung über die ganze liebevolle Zuwendung.

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Me Made Mittwoch: Me Made May!

Eigentlich hatte ich mir für meinen freien Tag so viel vorgenommen: Me Made Mittwoch, Me Made May, das Geburtstagsgeschenk für meinen Freund fertigstellen, und bei gutem Wetter vielleicht einen kleinen Ritt auf dem Pony wagen. Aber nachdem mir gestern Abend ein elend humpelndes Susipony entgegen kam (und damit die Erinnerung an 3 Monate Krankenpflege im letzten Jahr) bin heute zu so gar nichts zu gebrauchen. Wobei – Heulen und Nutellabrote essen geht ganz gut!

Nachdem ich meinen Kalorienbedarf für die kommende Woche gedeckt habe, habe ich beschlossen, mich ein bisschen abzulenken. Und womit kann man sich besser ablenken als mit Nähbloggen?

Ebent.

Aus gegebenem Anlass zeige ich euch heute ausnahmsweise ein Foto, das bereits gestern entstanden ist (besonders gut zu erkennen an dem Namensschildchen, das ich für den anstehenden Praktikumseinsatz angelegt hatte). Das Kleid, das ich trage, ist bereits Anfang April entstanden – doch da der Frühling in Hamburg dieses Jahr leider ausfällt war es noch nicht warm genug, um es wirklich auszuführen. Gestern hatte ich dann die Schnauze voll und habe es mit Strickjacke, Strumpfhose und Schal kurzerhand präfühlingstauglich gemacht.

IMG_0472_1Es handelt sich dabei um den Schnitt Hazel von Colette Patterns, ein wunderbar simples Sommerkleidchen, das ungefüttert und wirklich ganz einfach zu nähen ist – selbst wenn man wie ich beschließt, alle Nähte als Kappnähte zu arbeiten. In der Schnittvorschau gefiel mir die gestreifte Version derart gut, dass ich bei meinem letzten Stoffgroßeinkauf bei Stoffe.de ein paar Meter einesdünnen Baumwollstreifenstoffes erstand. Der Stoff ist übrigens wirklich dünn und sommerlich, aber überraschend blickdicht – oder könnt ihr erkennen, dass ich den Ausschnitt und die Taillennaht mit schwarzem (!) Schrägband verstürzt habe?

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Das Kleid könnte, wie Tasia auch schon bemerkte, ruhig etwas mehr “Poof” im Rockteil haben und ich muss auch zugeben, dass ich mich darin im kühlen Hamburger Frühling etwas nackig fühlte. Im Sommer ist es aber sicherlich ganz herrlich luftig-leicht zu tragen, weshalb ich beschlossen habe, mir noch mindestens eine weitere Version zu nähen.

Bei der Ansicht der Bilder fiel mir ebenfalls auf, wie lang meine Haare wieder geworden sind – Elvis lässt grüßen!IMG_0474_1

Außerdem stellte ich fest, dass mein Freund Herr Hase schon lange auf seinen nächsten Einsatz hier im Blog warten musste. Der vorwurfsvolle Blick ist kaum zu übersehen!
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Heute ist der 1. Mai und damit für mich der 1. Tag des Me Made May, einer Aktion die von Zoe Edwards ins Leben gerufen und in diesem Jahr von diversen einschlägig bekannten Damen aus der deutschsprachigen Nähblogszene frequentiert wird. Nach dem Self Stitched September im letzten Jahr fällt also heute der Startschuss für meinen zweiten Me Made Monat – Zeit für ein feierliches Gelübde!

Hiermit gelobe ich, Sinje Lübbke, im gesamten Mai 2013 jeden Tag mindestens ein handgenähtes Kleidungsstück zu tragen.

That’s it – in Anbetracht der relativ stressigen Zeit zwischen Job, Praktikum und Privatsinjeleben ist mir ein handgenähtes Kleidungsstück am Tag schon Herausforderung genug. Ich bezweifle stark, dass ich jeden Tag mein Outfit bloggen werde – spätestens am Ende einer jeden Woche wird es aber eine Zusammenfassung geben, wie ich mich dabei gefühlt habe (Psychologen-Style!).

Einen schönen 1. Mai und hoffentlich einen schönen freien Tag! Und nun schnell rüber zum MMM-Blog, wo Melleni heute wieder ganz hervorragend angezogen unsere Gastgeberin ist!

PS: Kolletives Daumendrücken dafür, dass das Susipony bad wieder humpelfrei laufen kann, wird sehr geschätzt!

PPS: Keine Sorge, Pferdezähne sehen immer so aus.

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Ich habe es getan…

…und es endlich gewagt, meinen ersten Nähkurs zu geben! In einem rund dreistündigen Workshop habe ich am vergangenen Sonntag vier jungen Damen versucht, das nötige Grundwissen an die Hand zu geben, dass sie sich zu Hause an ihre Maschine setzen und drauflosfädeln und -nähen könnten. Mein größter Erfolg? Die Verkündung einer Teilnehmerin, dass sie jetzt auf eine eigene Maschine sparen wolle!

Aber nicht nur die Nähnovizinnen haben etwas gelernt – ich habe auch viele hilfreiche Anregungen bekommen, was Nähkurse erfolgreich macht (und scheitern lassen kann).

Bügeln. Ich hatte für vier Teilnehmerinnen vier Nähmaschinen, zwei Bügeleisen und nur ein Bügelbrett. Das war verdammt eng – zwischenzeitlich hatte ich Angst, dass die Damen sich gegenseitig über die Finger nähen. Bei einem Projekt wie dem Stoffbeutel, wo die Hälfte der Gruppe mit den bügelintensiven Trägern beginnt und die andere Hälfte erst einmal die Tasche näht reichte es allerdings prima, nur zwei Bügeleisen zu haben.

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Bedienungsanleitungen. Klar, ich habe in meinem Leben schon einige Nähmaschinen eingefädelt und so dramatisch unterscheidet sich das Vorgehen dabei eigentlich nie. Trotzdem kann ich bis heute nicht nachvollziehen, warum die Maschine einer Teilnehmerin am Unterfaden seltsame Schlaufen zog – und da ich vermute, dass (wie fast immer) etwas beim Einfädeln nicht stimmte wäre es praktisch gewesen, die Bedienungsanleitung dabeizuhaben.

Geschwindigkeit kann bei den Teilnehmern sehr sehr unterschiedlich sein. Schnellnäher sind schon bei den Anfängern deutlich zu erkennen! Am Besten ist es, bei jeder praktischen Übung eine Kleinigkeit für die ganz flotten vorzubereiten (z.B. noch eine Spule aufspulen, dem Nachbarn das Einfädeln erklären, etc.). Oder eben

Kekse. Naja, nicht unbedingt nur die Kekse. Aber wenn man drei Stunden lang an einem neuen, aufregenden Gerät sitzt braucht man auch mal eine Pause, zum Aufstehen, Luft schnappen, Snacken und einen Schluck trinken. Klingt trivial, aber im Eifer des Gefechts vergisst man als Instruktor schnell, auch mal ein Päuschen zu verordnen.

Notizen. Ich war ganz schön aufgeregt. In weiser Voraussicht hatte ich mir ziemlich genau notiert, was ich wann sagen möchte und war im Nachhinein sehr sehr froh darüber!

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Unter den Maschinen, die ich mir aus dem Fundus der kleinen Freiheit No. 1 ausleihen konnte, war unter anderem diese Schönheit, die – wenn ich mich recht erinnere – vor einigen Monaten von einem Nachbarn gespendet wurde. Gerne würde ich jetzt behaupten, dass sie ohne Probleme näht… tut sie nur leider nicht immer. Aber schön ist sie trotzdem!

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PS: Noch schöner als die Maschine fand ich die Garnrolle, mit der diese Maschine wohl seit vielen vielen Jahren eingefädelt in einem Schrank stand.wpid-1367149653767.jpg

Himmelfahrtskommando: Lagebesprechung

Geht’s voran, geht’s nicht voran? Sind Änderungen im Plan nötig? Kann jemand mir helfen?

Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos! So langsam glaube ich auch tatsächlich daran, dass ich bis Himmelfahrt ein vorzeigbares Kleidchen haben werde. In einer wahren Hauruck-Aktion habe ich am Donnerstagabend das Oberteil zusammengeheftet und mit der Hilfe meines Schneidereigehilfen (<3) die Prinzessnähte an Vorder- und Rückseite abgesteckt. Ich hatte ganz vergessen, wie toll Prinzessnähte für so etwas sind – die Anpassung war angenehm offensichtlich mit nicht allzu vielen wenn-dann Überlegungen verbunden.

Was noch fehlt sind Ärmel, Kragen, Knopfleiste und Saum. Der Plan lautet, die Ärmel, den Saum und möglicherweise auch die Knopfleiste in dieser Woche zu nähen und dann an den letzten Tagen nur am Kragen zu arbeiten, ganz ganz langsam, konzentriert und regelkonform. Schließlich soll das hier mein neues Lieblingskleid werden!

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Heute habe ich leider nur zwei suboptimal beleuchtete Handyfotos für euch, denn ich bin – einmal mehr! – etwas in Eile als ich diesen Eintrag schreibe. Der Grund?

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Ich gebe heute meinen ersten Näh-Workshop.

Whaaaaaaaa!

Heute Nachmittag werde ich vier Näh-Novizinnen hoffentlich davon überzeugen, dass Nähen supertoll und absolut unverzichtbar ist. Ich bin hochmotiviert und werde auch nicht davor zurückschrecken, die Teilnehmerinnen mit Keksen zu bestechen. Wünscht mir Glück!

Herzlichen Dank an Alex und Steffi, die Oberbefehlshaberinnen im Himmelfahrtskommando Sewalong!

Me Made Mittwoch: Ist der Ruf erst ruiniert

Nachdem ich mich letzte Woche mit meinem Hirsch-Rock bereits als überaus unseriöse Praktikantin geoutet hatte beschloss ich heute, dass ich genauso gut ein Kleid mit Regenschirmchen drauf tragen könnte. Und was war das erste, was ich bei der Ankunft in der Praxis heute morgen hörte?

“Schönes Kleid!”

Ha! Das Schirmchenkleid und ich hatten einen schwierigen Start aber seit ich ein Ähnliches bei Meike sah (und dem Rat folgte, etwas Rotes dazu zu tragen) glaube ich, dass wir noch beste Freundinnen werden.

Dass ich auf den Fotos ein so ein seltsam rotes, glänzendes Gesicht habe liegt daran, dass ich die eilig gemachten Bilder noch unfachmännisch bearbeitet habe sowie an der Gesichtscreme, die meine zweitbeste Freundin werden wird, wenn sie mir wie versprochen die ersten Fältchen vom Leib hält.IMG_0462_1 IMG_0463_1Ich rase jetzt weiter zu meinem (bezahlten) anderen Job und hoffe, heute Abend einen Blick in den MMM-Blog zu werfen, wo Lucy wie ich finde heute wirklich umwerfend gut aussieht.