Nähen

Statt Heizung: Avocado Hoodie

Zum derzeitigen Ausbleiben des Sommers sind wahrscheinlich mittlerweile alle Witze mindestes einmal gemacht worden. Und auch wenn ich gut darauf verzichten könnte, jeden Morgen meine graues T-Shirts mit einer Regenhose zu kombinieren, muss ich ehrlich sagen, dass es mich grade gar nicht so furchtbar stört – immerhin habe ich jetzt die Gelegenheit, meine Sweatshirts auszuführen!

Was allerdings nervt, ist dass meine Fotos im Moment alle irgendwie so aussehen:

Seamster Patterns Avocado Hoodie von vorne

Wie ihr euch wahrscheinlich bereits gedacht habt, ist die Wand in meinem Wohnzimmer eigentlich nicht Hamburghimmelgrau.

Nennen wir es “mood lighting” und tun so, als sei es ein beabsichtigter künstlerischer Effekt!

Das Teil, das ihr hoffentlich trotzdem erkennen könnt, ist so etwas wie ein Kapuzenpulli für Fortgeschrittene und in meiner Blogpause letztes Jahr nach dem Schnitt Avocado Hoodie von Seamster Patterns (hießen die nicht mal anders?) entstanden. Im Vergleich zum Linden Sweatshirt, das man in maximal 20 Minuten zusammentackern kann, ist dieses Teil schon fast Haute Couture: vier Klappentaschen, Daumenlöcher und eine für ein Sweatshirt nie dagewesene Menge an Schnittteilen sind schon eine ziemliche Herausforderung.

Seamster Patterns Avocado Hoodie: Tasche

Seamster Patterns Avocado Hoodie: Eine von vier Taschen

Ihr habt richtig gelesen: Vier Taschen! Denn was von vorne aussieht wie eine schnöde Bauchtasche, ist in Wirklichkeit eine große Rundumtasche. Der Witz daran ist, dass ein significant other beim umschlungenen Spazierengehen ihre bzw. seine Hand in die Tasche stecken und somit der Kälte trotzen/den Inhalt der Tasche klauen kann. Auch wenn dieses Feature ein Problem löst, von dessen Existenz ich bislang nichts wusste, fand ich die Idee derart hinreißend, dass ich dringend auch so ein Teil brauchte.

Seamster Patterns Avocado Hoodie von hinten

Seamster Patterns Avocado Hoodie von hinten

Ein paar Worte zum Schnitt: Insgesamt ließ sich das Teil gut nähen und ich habe keine Probleme mit Schnittkonstruktion oder der Anleitung finden können – wenn auch das Ergebnis reichlich groß ausfiel, was aber auch an meiner großzügigen Messung gelegen haben kann. Allerdings muss ich sagen, dass ich das Nähen schon als deutlich anspruchsvoller in Erinnerung habe, als man es von “normalen” Sweatshirts gewohnt ist. Zudem ist es eine Herausforderung, den richtigen Stoff zu finden: Dicker Sweat oder Fleece wird an den vielschichtigen Stellen wie den Tascheneingriffen oder den Daumenlöchern schnell zu dick für eine saubere Verarbeitung, während ich mir eine Version aus Jersey als zu wenig stabil für die vielen Designdetails vorstelle (was sich in den Beispielfotos zum Schnitt auch zeigt). Der dünne angeraute Sweat, den ich vor Ewigkeiten mal bei Mahler Stoffe gekauft hatte, war für meinen Geschmack (und meine Nähmaschine) jedenfalls genau das Richtige.

Die Taschen begeistern mich jedenfalls immernoch. Überhaupt: Taschen <3! Sollte ich irgendwann doch mal in das Hosennähgame einsteigen, plane ich, eine Darwin Deez Potasche einzubauen. Viel Erfolg übrigens bei dem Versuch, diesen Ohrwurm wieder loszuwerden.

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